Mar 28 2009
Hmja ne is klar…
Nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) ist die Sperrung von Kinderporno-Webseiten im Internet ein wirksames Mittel gegen Pädophile: “Nach unseren Erkenntnissen sind vier von fünf Menschen, die im Internet auf Kinderpornos zugreifen, Gelegenheits-Konsumenten. Die lassen sich durch ein Stopp-Schild abschrecken und geben ihr Vorhaben auf”, versicherte BKA-Präsident Jörg Ziercke der Neuen Osnabrücker Zeitung. (heise)
Ich kann mir das wirklich nur so erklären: 80% der alten deutschen Säcke in den Amtsstuben und Räten gucken sich gerne mal Kinderpornos an, schämen sich aber dafür. Und damit man sich selber nicht mehr der eigenen Kontrolllosigkeit hingeben kann, muss man “das Internet sperren”.
Oder wie soll das sonst begründbar sein? Man schliesst doch immer von sich auf andere.
Dass das den Produzenten sowie Opfern letztlich weder was bringt, noch irgendwie sonst die Situation der Welt verbessert – oder zahlen diese “leicht abzubringenden Zufallsbetrachter” als Mitglieder von KiPo-Ringen Geld an die Produzenten? Nein? Sind sie also über Konsumenten im Sinne der – Marktwirtschaft?
Ein schönes Wochenende. Immerhin läuft das Moped wieder so halbwegs.
Ich schätze es wird etwa 6 Monate dauern, dann werden Bombenbauanleitungen, indiziertes Gedankengut (aka “Mein Kampf” – seit Jahren ein Dorn im Auge der Verfassungsschützer, das sowas im Ausland einfach so gehostet werden kann, ein paar Nazi-Seiten im Ausland und vermutlich auch die eine oder andere politische Organisation (attac etc)) auf den Filterlisten landen. Vielleicht ein guter Zeitpunkt für eine Spende an wikileaks?
Und die positiven Erfahrungen im Ausland? Naja:
Eines der Länder, das die Sperren bereits seit Jahren einsetzt und auf dessen Erfahrungen sich Ziercke bezieht, ist Schweden. Ausgerechnet der Chef der Polizeiermittlungsgruppe gegen Kinderpornografie und Kindesmisshandlung in Stockholm, Björn Sellström, äußerte jetzt im Nachrichtenmagazin Focus massive Bedenken gegen die Wirksamkeit der installierten Webseiten-Sperren: “Unsere Sperrmaßnahmen tragen leider nicht dazu bei, die Produktion von Webpornografie zu vermindern“, erklärte er gegenüber dem Magazin. Die Zahl der gesperrten Seiten habe sich seit der Einführung des Systems im Jahr 2005 auf 5000 erhöht. Zudem könnten Nutzer die Stopp-Seiten problemlos umgehen.
Mar 15 2009
Pornos, Egoshooter, …
… und eine Psychotherapie: man könnte sagen, der “Amokläufer” war ein relativ normaler, durchschnittlicher Jugendlicher. Denn vermutlich findet man die ersten beiden Dinge auf 95% aller Computer von jungen Männern. Ob eine Psychotherapie stattfindet, hängt im Zweifel wohl am ehesten vom Bildungsgrad der Eltern ab.
Was man wohl kaum in “jedem Zimmer” eines jugendlichen finden wird, ist eine geladene Beretta, Kaliber 9mm. Übrigens auch schon in Erfurt das Alleinstellungsmerkmal: Zugang zu scharfen Schusswaffen, da war’s ne Glock 17 und irgend ne Schrose. Das Endergebnis bleibt – scharfe Waffe im Haus => Amoklauf möglich.
Herr, schmeiss Hirn vom Himmel!
Bayern verbietet übrigens MAL WIEDER die Egoshooter, im Moment. Thumbs up Jungs, ihr habt echt voll den Schuss gehört. Phun intended.
Was für ein Glück, das mein Papa kein Sportschütze ist, sondern Physiker. Dem einen oder anderen Deppen an meiner Schule hätte ich auch… ach lassen wir das.
PS: weder unser aktueller noch der Erfurter Amokläufer hat Counter-Strike gespielt. Komisch, dass das dann immer wieder als erstes ausgegraben wird…
Feb 2 2009
Wirksamer Kampf gegen Kinderpornografie – jetzt auch hierzulande!
Na endlich, von der Leyen lässt tatsächlich das Internet sperren. Natürlich nur für die schlimmen Kinderpornos. Wobei die Innenministerkonferenz wohl schon Bedarf angemeldet hat: auch links- sowie rechtsfaschistische Seiten (politische Aktivisten aufgemerkt) sowie Online-Glücksspiele stehen ganz oben auf der Liste der “erweiterten Sperrwünsche”.
Danke, Frau von der Leyen, für diesen Tiefschlag. Daran werden wir noch Jahrzehnte zu knabbern haben.
Pikant schreibt Heise:
Dass es bei dem Vorhaben nicht um Opferschutz gehe, zeigt laut Rotert eine Übersicht der bekannt gewordenen Filterlisten aus den skandinavischen Ländern. Demnach stehen allein in Deutschland 26 einschlägige Server, gegen die die Polizei direkt vorgehen könne. Das BKA mache also nicht seine Hausaufgaben. Insgesamt gehe es von der Leyen offenbar darum, mit dem sensiblen Thema Wahlkampf zu machen. Dass dabei die “Büchse der Pandora” geöffnet werde und bald auch etwa die Rechteinhaber mit Sperrforderungen vor der Tür stünden, falle unter den Tisch.
Aber Hauptsache bei jedem Provider steht ein Stasi-Server, der rasch alle unliebsamen Inhalte sperren kann. Ich sehe schon die Schlagzeile vor mir:
“Website der Partei XYD zwei Tage vor Bundestagswahl nur aus versehen auf Filterliste gelandet – Bundesinnenminister tritt nicht zurück. Gewonnen mit großem Vorsprung hat wie immer die Einheitspartei (EPD)”.
Na, Hauptsache den Kindern gehts besser. Phun intended. Oder so. Argh.
Verflucht noch mal, sogar Hitler hat länger für seine Ermächtigungsgesetze gebraucht. Wer sich anschauen will, wo beispielsweise “zunehmende Terrorgefahr” (Reichstagsbrand!) und ähnliches zuletzt benutzt wurde, um ein halbwegs freidenkendes Volk zur Raison zu bringen, kann mal die Geschichtsbücher wälzen. Aber stellt bitte einen Eimer bereit. Damals gab’s noch kein Frauenwahlrecht, zugegeben. Aber letztlich scheinen bspw. Frauen in der Regierung die Situation auch nicht zu verbessern. Vermutlich auch eine Art Gleichberechtigung.
Dec 16 2008
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAhhhhhhh!!!!111!!!!!
Sind unsere Politiker eigentlich völlig unfähig, oder verstellen die sich nur?
Nach Meinung von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sollen Internet-Provider künftig ihre Kunden vertraglich dazu verpflichten, eine Filter-Software zu installieren, die den Zugang zu kinderpornografischen Inhalten blockiert. Er werde die rund 75 Provider in Niedersachsen, die Endkunden versorgen, schriftlich dazu auffordern, die Filterpflicht in neue Verträge aufzunehmen und bestehende entsprechend zu ändern. Die Provider sollen dann erkennen können, ob die Filtersoftware beim Kunden aktiv ist, und diesem andernfalls den Zugang zum Internet verwehren.
Das ist ja völlig bescheuert. Das ist wie… wie… ich hab keine Ahnung wie das ist. Ich bin sprachlos. Ich geh’ frühstücken. Ich… oh man.
Nein, ich hab doch weiter gelesen:
Mit der Filterpflicht würde aber zumindest die Mehrzahl der deutschen Nutzer an einem Zugriff auf kinderpornografische Internet-Seiten gehindert.
Verflucht noch mal, ihr ******** da oben, die Mehrzahl der deutschen Nutzer wird durch Verstand, ethische Grundeinstellung, und letztlich Geschmack daran gehindert, kinderpornografische Internetseiten “anzusurfen”. Ich geh’ kotzen.
Verbietet doch einfach das Denken. Ach so, ist ja schon.
Wenn irgendwer ein Katzenfoto hat zur Beruhigung…
PS: das dürfte dem Grundgesetz widersprechen. Aber das interessiert ja keine Sau mehr.
Oct 23 2008
Verteidigen wir eigentlich das Falsche, oder, das Richtige mit falschen Mitteln?
“Despite nationwide public support for his initial death sentence, a three-judge appeals court has reduced the sentence of Sayed Parwez Kambakhsh to 20 years in prison. Kambakhsh was charged with circulating an article on women’s rights that he found online. From the article: ‘Family members have said Kambakhsh was beaten and threatened with death until he signed a confession and that local journalists who expressed support for him were warned they would be arrested if they persisted.’” (Slashdot, mal politisch. Ach so, das ganze findet statt in Afghanistan…)
Oct 11 2008
Wer übrigens noch Argumente gegen eine “zentrale Bundes-Speicherdatei” braucht…
1. Die Server der Weltbank sind über ein Jahr lang mehr oder weniger kontinuierlich gehacked worden. Eigentlich ist wohl das ganze interne Netz hochgradig Trojanerverseucht (dem Vernehmen nach chinesische IP-Ranges). Was geklaut wurde, ist unklar. Vielleicht ja die Privatadresse von Schäuble, oder der PIN-Code seines Rollis? Die Weltbank hat so ziemlich das größte Reservoir “kritischer” Daten der Finanzmächte der Welt… (G8 und so, wisst schon)
2. Die Briten haben schon wieder 700.000 persönliche Daten “verloren”, diesmal beim Ministry of Defense (paar geklaute Laptops halt, und so)
3. Das inzwischen der gesamten Adressdatenbestand aller deutschen Telekom-Kunden irgendwo im Umlauf sein dürften, ist ja vermutlich klar. Schlimmer wäre wohl nur noch, wenn die SKL ihre “Daten verliert”.
Think. Eigentlich sollte man konsequent sein, und gleich völlig auf jede Privatsphäre verzichten.
Oct 5 2008
Wir erinnern uns kurz an den OOXML vs. OpenDocumentFormat-Wirrwarr…
von vor einiger Zeit. Jetzt scheint es so, als wollte Microsoft kurzerhand gleich das ganze ODF-Komitee “kapern”.
“Why do I say Microsoft, when this is SC 34? Look at this… list of participants in the July meeting in Japan of the SC 34 committee. The committee membership is so tilted by Microsoft employees and such, if it were a boat, it would capsize… Of the 19 attendees, 8 are outright Microsoft employees or consultants, and 2 of them are Ecma TC45 members. So 10 out of 19 are directly controlled by Microsoft/Ecma… [I]f the takeover were to succeed, SC 34 would get to maintain ODF as well as Microsoft’s competing parody ‘standard,’ OOXML. How totally smooth and shark-like. Under the guise of ‘synchronized maintenance,’ without which they claim SC 34 can’t fulfill its responsibilities, they get control of everything.”
Mit Links auf slashdot.
Sep 11 2008
Stasi 4.0…
Es tut mir ja echt leid, wenn ich euch nerve mit dem Shit, aber was da im Moment abgeht ist einfach unbegreiflich.
Der von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble einberufenen “Zukunftsgruppe” zur Brüsseler Innenpolitik schwebt laut Statewatch vor, Sicherheitsbehörden uneingeschränkte Befugnisse zum Sammeln und Auswerten riesiger Datenmengen aus dem täglichen Leben der Bürger zu geben. Jeder Gegenstand, den ein Individuum nutze, jede Transaktion und jeder Schritt erzeuge einen detaillierten digitalen Eintrag in Datenbanken, zitieren die britischen Bürgerrechtler aus EU-Papieren für den künftigen Fünfjahresplan für die Sicherheitspolitik. “Dies wird einen Reichtum an Informationen für Sicherheitsorganisationen generieren und riesige Möglichkeiten für effektivere und produktivere Bemühungen um die öffentliche Sicherheit schaffen.” Laut Statewatch droht so die Privatsphäre von dem in Brüssel ausgemachten “digitalen Tsunami” fortgespült zu werden.
Mielke bräuchte sich nicht mal mehr in die Hose zu fassen, der hätte einen Dauerorgasmus. Ich kotze.
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