>> Absurdistan, absonderliche Gesetze und SPON

Published by on 2009-07-26 01:21:23

Achtung, dieser Artikel enthält Jugendpornographie. Oder wenigstens einen Link auf ebensolche. Zumindest meiner Einschätzung der Rechtslage nach. Das Bild stell' ich lieber nicht hier rein, schliesslich sind wir nur "ein Blog", und nicht SPON. Nicht das irgendwer abmahnt oder so. Den Link habe ich mal im Heise-Forum ausgegraben:

http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a4469/l12/l0/F.html

Aus der Foto-Reihe "Sexsymbole der 70er" ein Szenenbild aus dem Tatort "Reifezeugnis" (von/mit Nastassja Kinski, 16 Jahre alt, unbekleidet, nebst Hintern-Küssendem Opi - Regie übrigens Wolfgang Petersen, kennt man z.B. von "Das Boot", "Unendliche Geschichte", "Enemy Mine", "Troja"... ). Viel eindeutiger kann man den neu eingeführten Straftatbestand der "Jugendpornografie" nicht erfüllen, ausser der Mann ist Arzt und führt eine eingehende Untersuchung durch. Am... Arsch. Quasi. Und selbst das wäre wohl als Bild pornografisch, Stichwort "Doktorspiele". Ausnahme: der Tatort ist Kunst, neuerdings.

Peinlicher für das Gesetz ist in meinen Augen aber noch der Begleittext:

Männertraum: Als 1977 die Tatort-Folge "Reifezeugnis" ausgestrahlt wurde, saßen 25 Millionen Deutsche vor den Fernsehern und hatten nur Augen für die 16-jährige Nastassja Kinski. 55 Prozent aller deutschen Männer gaben danach in einer Umfrage zu, nach der Ausstrahlung den Wunsch nach Sex mit ihr verspürt zu haben.

Bedeutet: 55 Prozent aller Männer empfinden beim Anblick eines offensichtlich "geschlechtsreifen" Frauenkörpers den Wunsch nach Sex. Sind also IMO "völlig normal". Fragt man sich ernsthaft, ob die anderen 45 Prozent Pädophil sind, oder Schwul. Man beachte hierbei, dass es durchaus einen unterschied zwischen körperlicher und geistiger Reife gibt - wobei ich glaube, das letztere sowieso kaum ein Mensch je erreicht. Aber das wäre wieder ein ganz anderes Thema.

Aber besser schnell "wegzensursulan", das Bild, oder am besten gleich SPON komplett. DAS wäre allerdings ein Dienst an der Menschheit, wenn man bedenkt wie viele Lohnarbeiter täglich Zeit verschwenden damit, sich das Gesülze durchzulesen, statt am Fortschritt mitzuwirken.

Jemand hat den Link mal auf der "Meldeseite für Kinderpornografie" gemeldet. Die Antwort war ungefähr:

"Leider funktioniert der von Ihnen angegebene Link:

http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a4469/I12/I0/F.html

nicht. Unabhängig davon können wir auf der Seite... blabla... nichts feststellen".

Was bedeutet: irgendwer hat das Ding tatsächlich händisch abgetippt, und dabei lustig aus einem großen I (iih) ein kleines l (ELL) gemacht. Damit bekommt der "Witz" von den "Internetausdruckern" in den Ministerien noch mal eine ganz neue Bedeutung, denn dieser Fehler kommt natürlich nur dann zustande, wenn jemand den elektronisch eingereichten Link zunächst händisch (!!) abtippt (!!!).

Herr, schmeiss... ach mir auch egal.

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2 Comments

  • Comment from Florian on 2009-07-26 14:10

    Ich hab auch gelegen, als ich das gelesen hab. Grausam, wenn Vorurteile so bitter Realität werden.

  • Comment from Phaidros on 2009-07-27 08:23

    Wir lernen daraus aber noch mehr: Wer der Verfolgung durch das BKA entgehen will, muss einfach nur alle URLs mit großen I und kleinen l ausstatten - und zwar massenhaft. Irgendein Fehler schleicht sich beim Abtippen ja immer ein.

    Vermutlich gibt es dann bald ein Gesetz gegen lIO0 in Internet-Adressen oder die Stopschilder werden gleich per Regexp geschaltet ;-)