>> Hmja ne is klar...

Published by on 2009-03-28 03:33:11

Nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) ist die Sperrung von Kinderporno-Webseiten im Internet ein wirksames Mittel gegen Pädophile: "Nach unseren Erkenntnissen sind vier von fünf Menschen, die im Internet auf Kinderpornos zugreifen, Gelegenheits-Konsumenten. Die lassen sich durch ein Stopp-Schild abschrecken und geben ihr Vorhaben auf", versicherte BKA-Präsident Jörg Ziercke der Neuen Osnabrücker Zeitung. (heise)

Ich kann mir das wirklich nur so erklären: 80% der alten deutschen Säcke in den Amtsstuben und Räten gucken sich gerne mal Kinderpornos an, schämen sich aber dafür. Und damit man sich selber nicht mehr der eigenen Kontrolllosigkeit hingeben kann, muss man "das Internet sperren".

Oder wie soll das sonst begründbar sein? Man schliesst doch immer von sich auf andere.

Dass das den Produzenten sowie Opfern letztlich weder was bringt, noch irgendwie sonst die Situation der Welt verbessert - oder zahlen diese "leicht abzubringenden Zufallsbetrachter" als Mitglieder von KiPo-Ringen Geld an die Produzenten? Nein? Sind sie also über Konsumenten im Sinne der - Marktwirtschaft?

Ein schönes Wochenende. Immerhin läuft das Moped wieder so halbwegs.

Ich schätze es wird etwa 6 Monate dauern, dann werden Bombenbauanleitungen, indiziertes Gedankengut (aka "Mein Kampf" - seit Jahren ein Dorn im Auge der Verfassungsschützer, das sowas im Ausland einfach so gehostet werden kann, ein paar Nazi-Seiten im Ausland und vermutlich auch die eine oder andere politische Organisation (attac etc)) auf den Filterlisten landen. Vielleicht ein guter Zeitpunkt für eine Spende an wikileaks?

Und die positiven Erfahrungen im Ausland? Naja:

Eines der Länder, das die Sperren bereits seit Jahren einsetzt und auf dessen Erfahrungen sich Ziercke bezieht, ist Schweden. Ausgerechnet der Chef der Polizeiermittlungsgruppe gegen Kinderpornografie und Kindesmisshandlung in Stockholm, Björn Sellström, äußerte jetzt im Nachrichtenmagazin Focus massive Bedenken gegen die Wirksamkeit der installierten Webseiten-Sperren: "Unsere Sperrmaßnahmen tragen leider nicht dazu bei, die Produktion von Webpornografie zu vermindern", erklärte er gegenüber dem Magazin. Die Zahl der gesperrten Seiten habe sich seit der Einführung des Systems im Jahr 2005 auf 5000 erhöht. Zudem könnten Nutzer die Stopp-Seiten problemlos umgehen.

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1 Comment

  • Comment from tarnator on 2009-03-29 02:39

    Am kommenden Dienstag gibt es übrigens zum Thema Internetfilterung und Three-Strike-Rule eine Abstimmung im EU-Parlament - allen, die zumindest noch versuchen wollen, ihren EP-Repräsentanten ein wenig aufzuklären, sei folgendes empfohlen: http://www.laquadrature.net/wiki/Mobilisation_Telecoms-Package_IMCO-ITRE_March31

    Muss allerdings vor Dienstag geschehen, d.h. also, am Montag...