>> Apropros Verbieten

Published by on 2009-02-19 10:50:24


Ersetze Rollbretter durch Internet und Unfallgefahr durch Urheberrechtsverletzungen. [von Spreeblick]

Categorised as: Boardsport, Idiocraty, Schaf

3 Comments

  • Comment from lgw on 2009-02-20 10:28

    schon mal "scarred" auf MTV gesehen? Mir wird da immer schlecht und ich muss wegschalten *eg*

    Aber das Internet will ja keiner verbieten. Nur den freien Datenaustausch. Also sowas wie z.B. Nutzerverhaltensanalysen oder auch Data Mining in persönlichen Daten, DAS brauchen wir natürlich weiterhin ;)

  • Comment from rennbert on 2009-02-21 15:07

    Verbietet diese fiesen Rollbretter. Dazu bitte auch die motorbetrieben Ein-Achsen-Aufrechtsteher-Roller, Schneebretter, Bergräder, In-der-Reihe-Roll-Schuhe, und Extreme-Sofa-Kartoffeln!

    ;-)

  • Comment from bene on 2009-02-21 19:20

    Habe in nem anderen Zusammenhang vor kurzem eine wundervolle Überlegung gelesen: Wenn Motorrad und Helikopter nicht schon so früh erfunden worden wären, würden sie in der heutigen rechtlich regulierten Gesellschaft niemals das Licht der Welt erblicken. Beispiel Motorrad. Welches Unternehmen würde freiwillig ein Produkt auf den Markt bringen, bei dem die Chance der Selbstverletzung derart hoch ist? Die Gefahr, dass die R&D Kosten aufgrund eines Verbots des Geräts nie wieder hereingeholt werden könnten, wäre viel zu groß. Die Verbots- und Regulierungswut würde Helikopter oder Motorräder ganz unmöglich machen.
    Der einzige Grund warum es sie gibt, ist dass wir uns sie gewöhnt haben. Keiner (oder eher, wenige) hinterfragt sie aus gesellschaftlich-rechtlicher Perspektive.

    Weiter in diesem Zusammenhang Habermas' Kollonialisierung der Lebenswelt im Rahmen seiner allgemeinen Theorie des kommunikativen Handelns. Auch wenn ich mit dem Jürgen nicht immer d'accord gehe liegt er hier absolut richtig (mit Rechtschreibfehlern, da Teil einer meiner privaten Zusammenfassungen, die sind immer etwas dahingeschlampt)

    "Kollonialisierung der Lebenswelt heißt, daß Handlungen in Kernbereichen der alltäglichen Lebenswelt wie Familie, Nachbarschaft, schulischer Erziehung etc. in wachsendem Maße gar nicht mehr über Geltungsansprüche, sondern durch Steuerungsmedien wie Geld, Macht und formales Recht motiviert und koordiniert werden. Ein Beispiel ist, wenn z.B. die Diskussion von Fehlleistungen in der Schule nur noch mittels Recht, und nicht mehr argumentativ begründet werden. Ein anderes Beispiel sind professionelle Pflegemöglichkeiten für alte Menschen. Die Belastung von Familienangehörigen durch Pflege erscheint somit als vermeidbare Zumutung: Lebensweltliche Normen solidarischer Hilfeleistung werden so durch rechtlich abgesicherte Versorungsansprüche ersetzt.

    Durch diese Substitution von kommunikativer Handlungskkoordination durch Recht als Steuerungsmedium sind Funktionsstörungen in diesen Bereichen zu erwarten. Habermas fordert daher rechtliche Interventionen auf ein Minimum zu beschränken."

    (aus Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns)